Bürgerinitiative für Alternativen

zum Flugplatz Magdeburg e.V.

17.02.07

Am Freitag Nachmittag sickerte die Meldung erst langsam, dann immer schneller über sämtliche Nachrichtenticker und -sender durch: OB Dr. Trümper schlug angesichts der finanziellen Lage der Landeshauptstadt vor, den Fluglandeplatz Magdeburg zu schließen und im Gegenzug Cochstedt die Präferenz zu geben, den Luftverkehr für Magdeburg dort abzuwickeln. Die Tage für den Flugplatz Magdeburg scheinen gezählt, wäre da nicht die Ausbaulobby, die die Magdeburger Steuergelder schon immer in ihrem Sinne investieren wollte...

 

 

Wahrscheinlich ahnte OB Dr. Trümper, früher Staatssekretär im Ministerium für Raumordnung, Landwirtschaft und Umwelt und damit mit der Thematik bestens vertraut, dass es nicht nur mit dem Ausbau des Flugplatzes in Magdeburg Bauchschmerzen geben könnte, sondern vor allem auch mit dem Erhalt desselben.

 

Kein Wunder, denn schon seit Jahren verschlingt der Flugplatz Magdeburg jährlich Summen um die 750.000 Euro. Dazu kommen jährliche Mietausfälle für die Stadt in fast derselben Höhe. Weiterhin solche Summen, die dann und wann - mehr oder weniger von der Bevölkerung unbemerkt und vom Stadtrat bewilligt - der Flughafen GmbH zugeflossen und dort im Sande versickert sind. Wie z.B. die 850.000 (!) Euro, die die Stadt vor einigen Jahren "übrig" hatte und in "Ermangelung von Optionen" möglicher Investitionen für Magdeburg letztendlich der Flughafen GmbH zuschanzt worden sind.

 

Spätestens damals wurde jedem verantwortungsvollen Magdeburger klar, dass der Geschäftsbetrieb der Flughafen Magdeburg nichts anderes war als ein riesiges Potemkinsches Dorf!

 

Statt Einahmen mit dem Flugverkehr wurden nur Verluste realisiert. Der Linienflug entpuppte sich als totaler Flop, kein einziger Flug der damals anvisierten 'zig hunderten Flüge kam zustande.

 

Was aber die Ausbaulobby - vornehmlich die Magdeburger CDU - nicht davon abhielt, Konsequenzen zu ziehen: Statt spätestens jetzt von den unrealistischen Zielen einer Drehscheibe für Flüge nach Mallorca und Co. Abstand zu nehmen, hieß das Motto fortan: "Jetzt erst recht"!

 

Wie bekannt ging alles nach hinten los. Es endete in der Farce, Grundstücke aufzukaufen, um doch noch (irgendwann) den Ausbau des Flugplatzes lt. Planfeststellungsbeschlusses zu realisieren. Obwohl schon ein Gutachter festgestellt hat, dass der Ausbau nach überschrittener Fünf-Jahres-Frist ungültig ist, will man weiter am Märchen Flugplatzausbau festhalten und neuerdings die Stadt nötigen, weitere sechsstellige Eurosummen für den Flächenankauf bereit zu stellen.

 

OB Trümper (und etlichen Stadträten verschiedenster Parteien) sei Dank könnte jetzt hoffentlich der Spuk bald ein Ende haben. Schon seit über einem Jahr bot das Land der Stadt an, für 100.000 Euro Beteiligung im Jahr den Magdeburger Flugverkehr in Cochstedt abzuwickeln. Nachdem die klammen Kassen Magdeburgs jedem Verantwortlichen die Augen öffneten, spätestens jetzt nachdem Strohhalm Cochstetd zu greifen, scheint der Flugplatzchef Fechner immer noch nichts dazugelernt zu haben:

 

Er plädierte nach Trümpers Vorschlag weiterhin dafür, den Flugplatz auszubauen. Die finanziellen Risiken überlässt er wie gewohnt dem Steuerzahler.

 

Es bleibt zu hoffen, dass OB Dr. Trümper und Minister Dr. Daehre sich durchsetzen werden. Alles andere wäre ein falsches Signal und würde die Stadt Magdeburg finanziell nachhaltig ramponieren!

 


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